Von Aroma bis Enjoy: 5 Begriffe, mit denen du beim nächsten Glas mehr anfangen kannst.
Du liest eine Weinkarte und fragst dich, wie ein Wein bitte „cremig“ sein kann? Oder warum jemand von einem „Bukett“ schwärmt, obwohl weit und breit kein Blumenstrauß steht? In der Weinwelt begegnen dir manchmal Wörter, die komplizierter klingen als das, was dahintersteckt. Dabei beschreiben viele davon etwas, das du selbst ganz leicht entdecken kannst: einen Duft, ein Gefühl auf der Zunge oder die Art, wie du deinen Wein probierst.
Wir übersetzen dir 5 davon – und geben dir ein paar Ideen mit, wie du sie beim nächsten Glaserl Wein gleich ausprobieren kannst.
Apfel im Glas? Kann sein.
Ein Wein erinnert dich an einen frisch aufgeschnittenen Apfel, an Beeren oder vielleicht an Kräuter? Genau solche Eindrücke meinen wir, wenn wir von Aromen sprechen. Du nimmst sie beim Riechen wahr und auch beim Trinken, wenn die Duftstoffe aus dem Mund zur Nase gelangen.
Dabei steckt im Wein natürlich kein Obstsalat. Die Aromen entstehen aus dem Zusammenspiel von Trauben, Gärung und Ausbau – also der Zeit und den Bedingungen, unter denen der Wein nach der Gärung weiterreift.
Probier’s aus: Riech an deinem Wein und überleg zuerst ganz grob: Erinnert er dich an Obst, Blumen, Kräuter oder Gewürze? „Fruchtig“ ist schon ein guter Anfang; ob daraus später ein grüner Apfel oder eine reife Birne wird, kannst du in Ruhe herausfinden. Versuch’s mal mit diesen Rebsorten: Riesling, Sauvignon Blanc, Zweigelt
Ein kleiner Vorgeschmack
Mit „Bukett“ ist der gesamte Duft eines Weins gemeint. Während du einzelne Aromen als Apfel, Blüten oder Vanille beschreiben kannst, geht es beim Bukett darum, wie diese Eindrücke zusammenkommen. Vielleicht duftet dein Wein frisch und zitrusartig, vielleicht blumig oder würzig – manchmal entdeckst du mit jedem Riechen noch etwas Neues.
Die Nase liefert dir damit einen kleinen Vorgeschmack auf das, was dich erwartet. Beim ersten Schluck merkst du dann, wie Duft, Geschmack und Mundgefühl zusammenspielen.
Probier’s aus: Riech zuerst am ruhig stehenden Glas, schwenk es anschließend vorsichtig und riech noch einmal. Zum Üben kannst du das Glas auf dem Tisch stehen lassen und kleine Kreise ziehen. Hat sich der Duft verändert? Besonders intensiv riechen Sorten wie Gelber Muskateller oder Traminer.
Hier geht’s ums Gefühl
„Cremig“ beschreibt, wie sich ein Wein im Mund anfühlt: weich, geschmeidig und rund auf der Zunge. Denk an den Unterschied zwischen einem Schluck Wasser und einem Schluck Milch – so lässt sich auch bei Wein das Mundgefühl genauer beschreiben.
Ein Wein kann zum Beispiel frisch und lebendig wirken oder sich besonders weich und dicht anfühlen. „Cremig“ sagt dabei etwas über seine Textur aus, nicht darüber, wie süß er schmeckt.
Probier’s aus: Achte beim nächsten Schluck kurz auf das Gefühl auf deiner Zunge. Wirkt der Wein leicht und spritzig oder eher weich und mundfüllend? Gerade wenn du zwei unterschiedliche Weine vergleichst, werden solche Unterschiede oft leichter greifbar.
Ein bisschen genauer reinschmecken
Degustation klingt nach einem Termin, für den man sich vorher einlesen müsste. Gemeint ist ganz einfach eine Verkostung: Du probierst einen Wein bewusst und nimmst dir etwas Zeit für seine Eigenschaften. Das funktioniert beim Weingutsbesuch genauso wie mit Freund*innen am Esstisch.
Schau dir die Farbe an, riech am Glas und nimm einen kleinen Schluck, den du kurz im Mund bewegst. Was fällt dir auf? Wie frisch wirkt der Wein, welche Aromen erkennst du wieder und was bleibt nach dem Schlucken noch eine Weile da?
Probier’s aus: Beschreibt denselben Wein unabhängig voneinander mit drei Worten und vergleicht danach eure Eindrücke. Vielleicht riecht eine Person Pfirsich und die andere Hollunder – spannend ist, was ihr jeweils entdeckt und woran es euch erinnert.
Dein Geschmack redet mit
Bei all den Begriffen darf die wichtigste Frage ganz einfach bleiben: Schmeckt dir der Wein? Dein Eindruck zählt, auch wenn du ihn noch nicht mit einer ausführlichen Verkostungsnotiz erklären kannst.
Vielleicht magst du besonders frische Weine, vielleicht würzige oder solche, die sich weich auf der Zunge anfühlen. Je bewusster du probierst, desto leichter findest du heraus, was dir gefällt – und kannst beim nächsten Besuch in der Weinbar oder am Weingut genau danach fragen.
Beim nächsten Glas kannst du dir einen Begriff aus unserem Wein-ABC herauspicken und darauf achten: Was riechst du, wie fühlt sich der Wein an und was gefällt dir daran? So werden aus Wörtern auf einer Weinkarte nach und nach Eindrücke, mit denen du selbst etwas anfangen kannst. Und aus „Ich hätte gern einen Weißwein“ wird vielleicht bald „Ich mag’s frisch, fruchtig und eher leicht“ – damit lässt sich schon ziemlich gut dein nächster Lieblingswein finden.
P.S.: Stay tuned für Teil 2 des Wein-ABCs von F bis J 😉