Ein Tag im Mittelburgenland mit Rad, Picknick und spannenden Sips
Manchmal braucht es gar keinen großen Urlaubsplan. Ein Zugticket, ein paar Freund*innen und ein Tag ohne fixe Termine reichen völlig. Im Mittelburgenland steigst du in Deutschkreutz aus dem Zug, holst dein Rad und bist kurz darauf mitten in den Weingärten.
Winzerin Lisa Kölly-Pfneisl hat uns zwei Platzerl gezeigt, an denen sie selbst gerne Zeit verbringt: den Goldbach für eine Pause im Grünen und die Donatuskapelle für den wahrscheinlich schönsten Blick über die Weingärten. Dazwischen besuchst du drei Weingüter und findest heraus, welcher Blaufränkisch zu dir passt.
Die Runde startet und endet am Bahnhof Deutschkreutz. Dein eigenes Rad kannst du im Zug mitnehmen. Alternativ borgst du dir direkt in Deutschkreutz ein Rad oder E-Bike aus. Unbedingt vorher reservieren – spontan ohne Rad dazustehen, wäre ein eher kurzer Ausflug.
Bevor es losgeht, kommen Wasser und Snacks in die Radtasche. Unsere Pics fürs Picknick:
Der erste Stopp ist natürlich das Weingut Lisa Pfneisl in Deutschkreutz. Lisa kennt nicht nur die schönsten Platzerl der Gegend, sondern weiß auch, welcher Wein zu einem Tag am Rad passt. Frag nach etwas Frischem und Unkompliziertem – vielleicht prickelnd, rosé oder ein leichterer Rotwein. Es geht nicht darum, sich durch eine lange Verkostung zu arbeiten. Ein kleiner Sip, ein kurzer Blick in den Betrieb und dann geht es weiter. Alles, was du unbedingt noch probieren willst, nimmst du für später mit.
Es wird erfrischend: von Deutschkreutz geht es Richtung Neckenmarkt und zum Goldbach. Dort suchst du dir eine öffentlich zugängliche, schattige Stelle, stellst das Rad ab und machst es dir gemütlich. Füße ins kalte Wasser, Hummus auspacken, Musik an. Mehr Programm braucht dieser Stopp nicht. Wenn du Fotos machen willst, nütze das Licht zwischen den Bäumen – das Grün, die Steine und das Wasser erledigen den Rest.
Snack-Match: Hummus, Pita und knackiges Gemüse
Nach der Bachpause geht es hinauf zur Donatuskapelle. Mit dem E-Bike ist der Anstieg entspannt, ohne Motor wird er zum kleinen Workout. Oben wartet dafür der Blick über die Weingärten. Echt einzigartig ist die Aussicht über die Weinberge bis hin zur Ebene des Neusiedlersees.
Nimm dir Zeit, geh ein paar Schritte zwischen den Rebzeilen und such dir deinen eigenen Blickwinkel. Die Kapelle ist schön, aber das eigentliche Motiv ist die Weite rundherum. Besonders gut wird es am späteren Nachmittag, wenn das Licht wärmer und weicher wird.
Snack-Match: Oliven, Nüsse und die veganen Cookies, auf die du dich bis jetzt gefreut hast
Zurück in Deutschkreutz wird es Zeit für den Signature Sip des Gebiets: Blaufränkisch. Statt einer Theoriestunde machen wir daraus einen kleinen Vergleich.
Such dir zwei verschiedene Varianten:
Probiere beide nebeneinander und entscheide nicht danach, welcher Wein „besser“ ist. Die interessantere Frage lautet: Welchen würdest du zum Picknick, welchen zum veganen Burger und welchen zu einem langen Abend mit Freund*innen mitnehmen?
Blaufränkisch kann nämlich beides – entspannt und unkompliziert oder tief und kräftig. Du musst keine Aromen erraten und auch keine Fachbegriffe kennen. Wenn er dir schmeckt, hast du alles richtig gemacht.
Beim Weingut Silvia Heinrich kannst du genau diesen Vergleich ausprobieren. Das Weingut macht mehrere sehr unterschiedliche Blaufränkisch-Varianten – perfekt, um einen frischen und einen kräftigeren Stil direkt nebeneinander zu kosten. Sag bei der Anmeldung einfach, dass du gerne zwei unterschiedliche Seiten der Rebsorte kennenlernen möchtest. Das ist interessanter als eine lange Liste und lässt noch genug Zeit für den restlichen Tag.
Zum Abschluss geht es zum Weingut Gager. Hier wird es etwas kräftiger: Der perfekte Stopp für alle, die nach dem leichten Einstieg noch wissen wollen, wie intensiv Rotwein aus dem Mittelburgenland schmecken kann.
Wenn du nur einen Tagesausflug machst, koste klein oder nimm eine Flasche für zu Hause mit. Wenn du länger bleiben willst, kannst du direkt beim Weingut übernachten. Dann wird das Rad abgestellt und aus dem letzten Stopp darf ganz entspannt ein längerer Abend werden.
Drei Weingüter bedeuten nicht drei große Verkostungen. Kleine Kostproben, viel Wasser und alkoholfreie Optionen halten den Tag entspannt. Wenn du mehr probieren möchtest, bleib über Nacht und lass die Räder stehen.
Klar, am Ende kennst du den Blaufränkisch und das Mittelburgenland ein bisschen besser. Wahrscheinlich erinnerst du dich aber auch an die kalten Füße im Goldbach, das Picknick zwischen den Reben und den Moment, in dem oben bei der Donatuskapelle alle gleichzeitig das Handy für ein Foto herausholen.
Und genau so darf sich ein Tag im Weinbaugebiet anfühlen.
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