Manche Weine sind wie Instant Hits – ready to drink. Andere brauchen Zeit, um ihr wahres Ich zu zeigen. Beim Lagern wird Wein smoother, deeper und erzählt irgendwann eine ganz neue Story. Sommelière Lina (@lindl__) erklärt, wie’s geht.
Ok, also Wein chillt am liebsten liegend in einem Keller oder kühlen Kammerl, wo es dunkel ist. (Same 😏) Aber kann bzw. soll man jeden Wein lagern? Nope.
Als Faustregel: Je kräftiger der Wein, desto eher kann man ihn länger aufheben. Und um gleich mal mit einem Mythos aufzuräumen: Nicht nur Rotwein kann mit Reife besser werden.
Saisonale Jungweine wie z. B. Junger Österreicher, Junker oder andere leichte Weißweine sind instantly am besten. Es macht nichts, wenn bei der ersten Semesterparty Ende Oktober ein Flascherl übrig bleibt und du trinkst es zu Weihnachten – aber höheres Alter steht solchen Weinen eher nicht.
Die Ausnahme: Süßweine. Die haben wenig Alkohol, aber durch den Zucker bleiben sie lange haltbar.
Weiß- und Rotweine um die 12,5–13 % vol. könnt ihr meistens gleich aufmachen. Aber probier mal aus, wie der Wein schmeckt, wenn du ihn erst nach ein oder zwei oder sogar drei Jahren trinkst. Sind die fruchtigen Aromen anders? Ist die Säure weniger im Vordergrund? Fühlt sich der Wein als Ganzes „runder“ an?
Weine mit mehr Alkohol, mehr Gerbstoff oder mehr Süße schaffen nicht nur die Strecke vom Supermarkt in den Kühlschrank. Sie flexen erst so richtig auf der langen Strecke. Beim Lagern wird Wein smoother, deeper und erzählt irgendwann eine ganz neue Story.
Sekt ist schon ready to enjoy, wenn du ihn kaufst. Lässt man Sekt zu lange liegen, gehen mit der Zeit die Bubbles verloren. Hier gilt: Was du heute kannst entkorken, das verschiebe nicht auf morgen.