how it’s made

How to wine
von
RWR Redaktion
28.10.26
Wie wird Wein gemacht? Teil 2

Vom blitzblauen Himmel über den Weingärten geht’s zum knallgelben Haus mit blau schimmernden Trauben im Gepäck. Michi verarbeitet die Trauben direkt am Familienweingut in Sooß. Nach dem erste Step in der Weinproduktion, der Lese, geht’s indoor weiter.

Die Trauben werden so schnell wie möglich angeliefert, sie sollen nicht zu warm werden, sonst könnte schon was frühzeitig zu Gären beginnen. Michi erzählt, dass er und sein Lese-Team manchmal schon um 5 Uhr in der Früh mit der Arbeit beginnt, um die kühleren Morgenstunden zu nutzen. Andere kommen da erst von der Party heim (äh, wir sprechen da jetzt nicht aus Erfahrung …).

Step 2: rebeln, quetschen, maischen – what?!

Also, wenn die Traube am Hof ankommen, müssen die einzelnen Beeren von den Stielen getrennt werden. Das nennt man „rebeln“. Kurz macht sich Nervosität breit … Wer zupft jetzt bitte alle Trauben runter? Puh, ok, es gibt den Rebler – hört sich irgendwie nach opponent von Spiderman an, ist aber eine Maschine, die das erledigt. Wenn die Trauben nicht mit der Hand gelesen wurden, hat das die Lesemaschine bereits mehr oder weniger gecheckt (in Teil 1 findest du die Erklärung). Im Rebler wird alles auch ein bisschen angequetscht, damit der Saft besser aus den Beeren raus rinnen kann. Es riecht jetzt im ganzen Weingut nach frischem Traubensaft! 

„Das läuft jetzt in den Maischegärtank, wo der Rotwein seine Gärung beginnt und dann bis zu seiner fertigen Gärung darin verweilt“, meint Michi. Da müssen wir nochmal kurz nachfragen: Maische? Das bezeichnet die Schalen und Kerne, die nach dem Pressen übrigbleiben. Bei Rotwein kommen die Schalen und Kerne gemeinsam mit dem Saft in einen Tank – den Maischegärtank.

Wir lernen: Bei Weißwein wird der Traubensaft normalerweise nicht mit der Maische gemischt. Er gärt allein im Tank. Warum? In den Schalen steckt die Farbe und je länger Saft und Maische zusammengemischt werden, desto intensiver die Farbe. Erfahre hier, welche Story die Farbe deines Weins erzählt.

Step 3: and now we wait

Jetzt schauen wir in den Keller. Den hat Michis Großvater gebaut und hier „chillen“ die Weine jetzt, wie er sagt. Zum Saft kommt Hefe dazu, die den enthaltenen Zucker in Alkohol umwandelt. Es gibt Stahltanks, in denen meistens Weißwein vor sich hin gärt. „Wenn die Hefe Bock hat, dann heizt sie die Tanks richtig auf“, lacht Michi. Deshalb müssen die Stahltanks gekühlt werden. Wie beim Germteig: Ist es kälter, arbeitet die Hefe langsamer.

zucker im saft + hefe = alkohol

Im Keller gibt’s aber auch die klassischen Weinfässer aus Holz, hier liegt die „Reserve“-Variante der Rotweine drin, die ist kräftiger. Die Fässer schauen alle ähnlich aus, doch wir entdecken ein richtig großes, dunkles Fass hinten im Eck. „Das ist ein Monarchie-Fass, das ist von 1908.“ Ob da was drin ist? „Da ist immer noch was drin. Wenn das Fass immer voll ist, kann es ein sehr langes Leben haben.“

Woher weiß man eigentlich, wann der Wein fertig ist? Einerseits hat Michi ein tragbares Alkoholmessgerät, mit dem er schauen kann, wie alkoholhältig der Wein im Fass schon ist. Andererseits (und viel wichtiger): immer wieder kosten und Geduld haben. Ein paar Wochen bis mehrere Monate dauert es, bis der Wein so ist, wie er ihn sich vorstellt.

Jetzt haben wir aber Gusto bekommen! Wir setzten uns mit Michi unter Kellergewölbe und er holt den Feierabend-Wein raus. Ein Zweigelt, Jahrgang 2025. Hey, das ist doch die Sorte, die wir heute Früh gelesen haben! Yummm, der schmeckt fruchtig, beerig, ist aber nicht süß und mit nur wenig Tannin (also Bitterstoffen). Michi nimmt auch einen Schluck, lächelt leicht: „Ich hoffe, dass das da draußen genauso gut wird wie das jetzt“. Davon sind wir überzeugt!

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